Dienstleistung und Service im Fokus

Der Reichenbacher Roland Müller eröffnet in seiner Heimat ein Sportgeschäft. Er setzt dabei auf Skis, Skiservice und -vermietung im Winter sowie Fahrräder, Elektrobikes und Trekking im Sommer. Die Müller Sport GmbH soll ein familienfreundliches Sportfachgeschäft verkörpern, bei dem die Dienstleistung im Vordergrund steht.

«Ich fange nicht bei null an; dennoch muss ich mich auf einen harten, aber fairen Konkurrenzkampf gefasst machen», sagt Roland Müller. Der Reichenbacher hatte in den vergangenen zehn Jahren bei Wittwer Sport in Belp bei Bern als Verkäufer und Servicemann gearbeitet. Eigentlich wäre Müller für die Übernahme des Sportgeschäfts vorgesehen gewesen. Infolge unterschiedlicher Vorstellungen über den Geschäftsplan kam es aber Ende April dieses Jahres zur Trennung, und Müller entschied sich, es in seiner Heimat auf eigene Faust zu versuchen. Der gelernte Elektromonteur kann bereits eine grosse Erfahrung vorweisen, was den Alltag in einem Sportgeschäft anbelangt. Schliesslich hatte er nach Abschluss seiner Berufslehre in Adelboden bei Hari Sport eine Stelle angenommen und dort sofort Gefallen an der Arbeit als Sportartikelverkäufer gefunden. «Das war mein Einstieg in der Sporthandel», sagt er rücklickend auf die letzten drei Wintersaisons vor der Jahrtausendwende.

Dienstleistung als oberstes Gebot

Müller ist es ein grosses Anliegen, dass seine Kundschaft zufrieden ist. Deshalb gilt bei ihm der Grundsatz: «Wer verdienen will, musst zuerst dienen. Daher auch der Begriff ‹Dienstleistung›», ist der 35-Jährige überzeugt. Er verfüge über ein grosses Kundenetz und gehe davon aus, dass dieses sich mit seiner Rückkehr ins Kandertal gar noch vergrössern werde. «Mein grosses Kundennetz, mein Fachwissen und meine Begeisterung für den Beruf sind mein Kapital», gibt Müller selbstbewusst zu Protokoll. 

Die Sommermonate von 2005 bis 2010 verbrachte der sportbegeisterte Reichenbacher jeweils in Neuseeland. «Dort erhielt ich die Chance, ein Sportgeschäft vom Grund auf aufzubauen», erzählt er. Diese eher ungewöhnliche Möglichkeit bot sich ihm, weil ein Freund Müllers in Down Under als Skitrainer tätig war und die Skizene (und diesbezügliche Marktlücken) dementsprechend gut kannte. «Die Zeit in Neuseeland möchte ich auf keinen Fall missen. Sie hat mich in Bezug auf meine persönliche und vor allem berufliche Weiterentwicklung sehr geholfen», so Müller.

Optimaler Standort

Der Standort der Müller Sport GmbH könnte kaum besser sein. Direkt an der Hauptstrasse in Reichenbach, also auf dem Weg von der Stadt Bern ins Berner Oberland, hat sich Müller bei der Firma ASS vom Adelbodner Andi Spiess eingemietet. «Hier verkehren täglich Tausende von Autos», sagt Müller hoffend. Er rechnet mit zirka 800 Services pro Saison, budgetiert hat er aber nur deren 500. «Ich habe etwas pessimistisch geplant. So bleibt aber weniger Raum für negative Überraschungen», weiss er. Müller geht davon aus, dass sich sein Sportgeschäft in drei Jahren selber finanzieren kann und in fünf Jahren schuldenfrei ist. Seine beiden Verkäuferinnen aus der Region, Andrea Aellig und Daniela Teuscher, und Buchhalterin Vreni Kallen wollen ihn dabei unterstützen. 

Eröffnung: Am Samstag, 8. Oktober, wird das Sportgeschäft Müller Sport GmbH offiziell eröffnet. Ab 9 Uhr morgens wird es im Geschäft ein Apéro geben, bei dem auch die Frutiger Beachvolleyballerin Nadine Zumkehr und die Schweizer Skicrosser eingeladen sind.

Quelle Frutigländer